„EBU R-128“ ist ab 1. Januar 2012 neue Produktionsrichtlinie für TV-Programm und TV-Werbung!

Nov 30, 2011   //   by admin   //   Allgemein  //  Kommentare deaktiviert



„EBU R-128“ ist ab 1. Januar 2012 neue Produktionsrichtlinie für TV-Programm und TV-Werbung!

Lautheitsnormierte Tonaussteuerung, was wird anders?

Regeln und Vorschriften

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit suchte man Lösungen für dieses Problem:


Seit 2002: Internationale Normungsgremien arbeiten an Methoden und Handlungsempfehlungen.


2010: ITU und EBU haben neue Richtlinien erarbeitet. Erstmals ist es möglich, die Lautheit eines Beitrags objektiv, reproduzierbar und vergleichbar zu messen.


- USA: „CALM-Act“ (Gesetz)
- England: „BCAP-Rules“ (Gesetz)
- Frankreich, Niederlande: ab 2012 gesetzliche Regelung
- Skandinavische Sender, einige europäische Privatsender: Derzeit freiwillige Anwendung der neuen Regeln


Erste Erfahrungen zeigen zunehmende Akzeptanz von TV-Werbung und eine Abnahme von Zuschauerbeschwerden.

Die neuen Regeln nach ITU-R BS.1770 und EBU R128

Im Unterschied zur bisherigen Praxis ist nicht mehr der Pegelspitzenwert maßgeblich, sondern ein gewichteter Mittelwert, der in LUFS (Loudness Units Full Scale) gemessen wird. Zielwert ist -23 LUFS, bei erlaubten kurzzeitigen Spitzen bis -3 dB FS. Für die Messung ist ein entsprechendes Loudness-Messgerät unbedingt erforderlich.

Wichtige Erkenntnis:

- Stark komprimierte Werbespots klingen im Vergleich zu „ordentlich“ dynamisch produzierten Spots deutlich schlechter – besonders nach der Lautheitsanpassung.
- Diese Spots können im Umfeld von dynamisch produziertem Material an Wirkung verlieren, weil ihre klanglichen Schwächen mehr auffallen.
- Dynamik ist ein elementares Gestaltungsmerkmal.
- Durch übermäßige Kompression wird dieses Merkmal eliminiert, man verzichtet damit auf einen wesentlichen Faktor zur Erreichung von Klangqualität.
- Lautheitsnormalisierung ermöglicht sehr dynamische Tonmischungen, die klanglich stark komprimierten Material i.d.R. überlegen sind – bei gleichem Lautheitseindruck.

Ergebnis:

- Keine Lautheitssprünge im Programmverlauf
- Werbung wird besser eingebettet
- Zuschauerakzeptanz steigt
- Ende des „loudness war“ – auch in der Werbung – zum Wohle des Zuschauers!


Quelle: ard-werbung.de

Comments are closed.